Ostern feiern in der Krise

Ostern feiern in der Krise


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Veröffentlicht am Dienstag, 31. März 2020, 07:47 Uhr

Auf ein vielfältiges Gemeindeleben der anderen Art blicken die drei evangelischen Kirchengemeinden in Neureut angesichts der nahenden Osterzeit: „Beim gemeinsamen Nachdenken sind viele Ideen aufgeblitzt, um angesichts der erzwungenen, weil nötigen, Isolation den Menschen die hoffnungsvolle Botschaft des Evangeliums weiterzugeben und sie aufzurichten.“, berichtet Waldenserpfarrer Andreas Reibold. So werden in seiner Gemeinde in Neureut-Süd beispielsweise an Palmsonntag die Fahnen in weiß und violett am Kirchturm wehen um auf den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem (weißer Grund) ebenso hinzuweisen, wie auf das Vorzeichen seiner Leidenswoche (lila Kreuz). Außerdem verfasst Pfarrer Reibold derzeit für jeden Sonntag und auch die anstehenden Ostertage Sonntagsgrüße, in denen er zu dem jeweiligen Bibeltext, dem Psalm und einem Lied auch immer ein paar Gedanken mit auf den Weg gibt. Die Gemeinde mache von diesem analogen Angebot rege Gebrauch.

In Kirchfeld nutzt Pfarrer Fitterer-Pfeiffer auch das Internet um seine Botschaft zu verbreiten: „An Karfreitag wird es einen Kurzgottesdienst auf unserer Homepage geben, an Ostersonntag stellen wir für Kinder ein Gespräch von zwei Handpuppen zum Thema „Was ist Auferstehung?“ ins Netz.“ Natürlich sei es viel schöner, mit der Gemeinde gemeinsam zu feiern, aber man müsse nun das Beste daraus machen, betont Pfarrer Fitterer-Pfeiffer.

Damit die Kirche trotz gestreamten Gottesdienst an Karfreitag oder auch während der Osternacht am Sonntagmorgen um 6Uhr dennoch etwas gefüllter aussieht, ruft Pfarrer Würfel in Neureut-Nord seine Gemeindemitglieder auf, Fotos dem Pfarramt zukommen zu lassen: „Wir werden sie ausdrucken und an den Bankreihen anbringen, sodass jeder und jede zumindest ein bisschen das Gefühl hat, dennoch mit dabei zu sein.“ Die Osternacht soll auf dem Instagram-Account des Pfarrers und später auch auf der Website der Kirchengemeinde zugänglich gemacht. „So kann man bequem von zuhause im Schlafanzug mitfeiern!“, erklärt der Pfarrer.

Um auch älteren Gemeindemitglieder die Möglichkeit zu geben, Gottesdienst mitzufeiern, werden Osterpredigten ausgedruckt und verteilt, auch eine ökumenische Postkartenaktion in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde zu Ostern habe man sich überlegt.

An Gründonnerstag, dem Tag des letzten Abendmahls probiert man überdies etwas ganz Neues: Alle, die mögen können sich in Kirchfeld und Neureut-Nord verpackte Rosinenbrötchentüten abholen und mit einer kleinen Liturgie „sehen und schmecken wie freundlich der Herr ist“. Auf die entsprechende Hygiene achte man dabei besonders, betonen die 3 Pfarrer unisono. Man wolle Corona auch als Chance nutzen, neue Wege zu gehen und gerade während den Ostertagen als Kirchengemeinden in Neureut präsent sein.